Der Irrflug der Air Astana

Als ich am 12. November nachmittags mit einigen Freunden auf dem Weg zum Bundesligaspiel von Eintracht Frankfurt war, saß ich im Auto hinten und verfolgte über mein Handy auf Flightradar24 den Alert einer Air Astana Maschine.

Zunächst glaubte ich an einen Fehler des Systems oder an eine falsch zugeordneten Maschine, da der Verlauf der Flugroute für die regelmäßigen Notrufmeldungen über FR24 mehr als untypisch aussah. Auf den ersten Blick dachte ich auch an ein privates Kleinflugzeug, welches in Portugal nach Sichtflug steuerte, was aber wiederum nicht mit der Höhenaufzeichnung zusammenpasste. So schenkte ich diesem Alert erst dann ein wenig mehr Aufmerksamkeit, als einige Spotterkollegen in unserem Whatsapp-Chat darüber diskutierten. Zu diesem Zeitpunkt war die Maschine aber dann schon im Landeanflug auf den Flughafen Beja in Portugal.

Was nun nach und nach über den Vorfall durch die Medien an die Öffentlichkeit kommt, zeigt das Ausmaß des tatsächlichen Vorfalls. Die Maschine, eine Embraer E190 (P4-KCJ) der Air Astana mit der Flugnummer KC1388, war für knappe zwei Stunden nach dem Start in Alverca komplett manövrierunfähig. Immer wieder kreiste die Maschine auf Irrwegen im Luftraum von Portugal.

Die Veröffentlichung der echten Funkkommunikation zwischen den Piloten und ATC von VASAviation auf YouTube verdeutlichen die verzweifelte Lage, in welcher sich die Piloten mit dem Flugzeug befanden. Immer wieder kam die Nachfrage nach einer Notwasserung ("..Ditching, ditching,  we plan a ditching on the sea....") auf dem offenen Meer. Wohl bewusst durch die Piloten so gewählt, um eine noch größere Katastrophe auf dem Land zu vermeiden. Gleichzeitig muss der Crew aber ebenso bewusst gewesen sein, dass bei der schlechten Wetterlage eine Notwasserung auf dem Meer und ein dazu mögliche Rettung derer selbst, fast aussichtslos war. Die Maschine war mit insgesamt sechs Menschen besetzt, die beiden Piloten, ein weiterer Pilot und drei Techniker.

Im zweiten Video sind ebenso die beiden aufgestiegenen F16 Fighters der portugiesischen Flugabwehr zu hören, die versuchten  die Air Astana Maschine in der Navigation zu unterstützen. Nach ca. 90 Minuten war die Maschine zum Teil wieder kontrollierbar und die Piloten konnten mit großer Unterstützung den Flughafen Beja ansteuern. Nach einem missed approached landete die Maschine dann sicher auf dem Flughafen Beja. Ein ganz grosser Respekt gilt den Piloten, den es gelang die Maschine trotz der Umstände wieder sicher zu landen, ebenso derer zwischenzeitlichen Entscheidung zu einer Notwasserung im Meer und ausserhalb des Landes, um eine Katastrophe mit eventuellen zivilien Opfer zu vermeiden.

Beitragsbild: Screenshot YouTube Video VASAviation

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