ILA 2014 in Berlin

Viel zu bieten hatte die ILA den Flugzeugfans auch in diesem Jahr. Zum ersten Mal gastierte der Airbus A350 XWB auf der Messe. Leider nur unter der Woche an den Fachbesucherntagen und nicht am Wochenende, so dass ich leider keine Fotos machen konnte. Ihre Deutschland-Premiere feierte die Bell Boeing V-22 Osprey. Das Kipprotor-Flugzeug des US Marine Corps war auch in der Luft über Berlin zu sehen. Außerdem flogen zum ersten Mal Kampfjets aus Israel in die Bundesrepublik: Die zwei israelischen F-16 Fighting Falcon wurden von einer Boeing 707 und einer C-130 Hercules begleitet. Das Partnerland Türkei schickte unter anderem das hochmoderne Frühwarnflugzeug Boeing 737 AEW&C sowie zwei F-4 Phantom II. Ebenso präsentierte die Bundeswehr insgesamt 45 Fluggeräte auf der Messe.

Airbus A400M

Der Airbus A400M war erstmals in den Farben der französichen Luftstreitkräfte vertreten.Der Laderaum der A400M misst 17,7 m × 4 m × 3,85 m (L × B × H). Das Transportflugzeug weist bei taktischer Verwendung eine garantierte Nutzlast von 25 Tonnen auf. Jedoch ist es nicht für den Transport überschwerer Lasten wie etwa des Kampfpanzers Leopard 2 konzipiert, da das maximale Gewicht für Einzelfahrzeuge bei 32 Tonnen liegt.Die A400M wird eine maximale Zuladung von 37 Tonnen transportieren können und damit eine Reichweite von etwa 3100 Kilometern haben. Bei geringerer Zuladung kann entsprechend mehr Treibstoff getankt werden, wodurch sich die Reichweite vergrößert. Gemessen an größeren strategischen Transportflugzeugen wie der Boeing C-17 sind das relativ geringe Werte, sodass die Konkurrenzfähigkeit des Airbus-Entwurfs für strategischen Lufttransport teilweise in Frage gestellt wurde. So wird etwa davon ausgegangen, dass fünf Maschinen dieses Typs nötig wären, um die Leistung einer Antonow An-124 zu erbringen.

Airbus A400M
Airbus A400M

Auslieferung des Airbus A380 an Emirates

Anlässlich der ILA 2014 wurde der Airbus A380-861 (MSN150) an die Fluggesellschaft Emirates ausgeliefert. Der Airbus mit der „Test registration No.“:F-WWSA hatte seinen ersten Testflug bereits am 10.12.2013 und fliegt ab sofort unter der Registrierung A6-EEV. Der A380 war zur Besichtigung im Inneren geöffnet. Teilweise gab es Wartezeit mit bis zu 4 Stunden, so dass ich auf einen Durchgang im Flugzeug verzichtete.

Airbus A380-861 (MSN150)
Airbus A380-861 (MSN150)

The Flying Bulls

Ein absolutes Highlight der Messe war der Besuch und die Vorstellung „The Flying Bulls“. Die Flying Bulls sind eine in Salzburg stationierte private Flugzeugflotte, welche dem österreichischen Unternehmer, Milliardär und Flugzeugliebhaber Dietrich Mateschitz gehört. Am Flughafen Salzburg wurde extra für die Flying Bulls der berühmte Hangar 7 errichtet.

Auf der Messe war eine North American B-25J Mitchel zu bestaunen. Die Maschine wurde im Jahre 1945 erbaut und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 315 Knoten.

Ther Flying Bulls
Ther Flying Bulls

Ebenso war eine Douglas DC-6B der Bulls auf der Messe ausgestellt. Die Douglas DC-6 ist ein viermotoriges US-amerikanisches Verkehrsflugzeug, das in den Jahren 1946 bis 1958 von der Douglas Aircraft Company hergestellt wurde. Es wurde ursprünglich auf Basis der DC-4 als militärisches Transportflugzeug geplant, wurde dann jedoch als ziviles Langstrecken-Passagierflugzeug in Konkurrenz zur Lockheed Constellation eingesetzt. Die DC-6 verfügte als erstes Flugzeug der Douglas-Reihe über eine Druckkabine und konnte so mit der Constellation ihre Vorgängerin, die DC-4, besonders auf den Langstrecken-Überseerouten ablösen. Sie zeichnete sich durch große Wirtschaftlichkeit sowie Zuverlässigkeit aus. Insgesamt wurden über 700 Flugzeuge dieses Typs gebaut, und einige sind noch heute im Einsatz.

Douglas DC-6
Douglas DC-6

Antonow AN-124

Die Antonow An-124 Ruslan (NATO-Codename: Condor) ist Ende der 1970er von den Antonow-Werken als großes Transportflugzeug für die Sowjetarmee der UdSSR konzipiert worden. Ziel der Entwicklung war ein Flugzeug mit einer sehr hohen Nutzlast. Heute wird es unter anderem für Charterfrachtflugverkehr verwendet und ist in diesem Segment auf Grund seiner Monopolstellung sehr erfolgreich. Hinter dem Cockpit befindet sich ein großer Schlaf- und Aufenthaltsbereich für die Austauschbesatzung. Weiterhin ist hinter den Tragflächen im Oberdeck noch ein Bereich für die Frachtraumbesatzung oder für bis zu 88 Personen eingerichtet. Der Frachtraum ist nicht als Druckkabine ausgeführt und kann deswegen während des Fluges nicht betreten werden. Die Beladung kann sowohl über den hochklappbaren Rumpfbug als auch über die Heckrampe im vollen Laderaumquerschnitt erfolgen. Die An-124 kann auf Grund ihrer Auslegung als Schulterdecker und wegen des robusten Fahrwerks auch auf unvorbereiteten Pisten und hart gefrorenem Schnee operieren. Das Flugzeug verfügt nicht über eine Vorrichtung zur Luftbetankung. Ein besonderer Vorteil der An-124 als ziviler Frachter ist die Möglichkeit der sehr einfachen Be- und Entladung auch auf Flughäfen mit schlechter Infrastruktur am Boden. Dies ist möglich, da sich der Bug hydraulisch öffnen und durch Einziehen des Bugfahrwerks absenken lässt, wodurch sie über eine flache Rampe direkt ohne jegliche Infrastruktur vom Boden aus beladen werden kann. Um diese zusätzliche Last aufzunehmen, besitzt sie ein doppeltes Bugrad. Fahrzeuge wie PKW oder LKW können direkt vom Boden aus in den Laderaum fahren. Eine von der maximalen Zuladung und Größe her vergleichbare Boeing 747-400ERF kann hingegen nur durch spezielle Hebebühnen be- und entladen werden, da sich deren Laderaumboden mehrere Meter oberhalb des Erdbodens befindet.

Antonow AN-124
Antonow AN-124
Antonow AN-124
Antonow AN-124

„The Spirit of Berlin“ C-17 Globemaster III

Die C-17 Globemaster III zählt mit ihren knapp 17 Metern Höhe und 53 Metern Länge zu den größten Exponaten auf der ILA. Alles was irgendwie hinten durchs Ladetor passt kann in autarken Operationen weltweit transportiert werden. Das besondere an der „recht wendigen“ Maschine mit ihren sehr hoch positionierten Triebwerken seien die vielseitigen Einsatzmuster, die mit ihr geflogen werden können. Der Riesenflieger kann bis zu 77 Tonnen aufnehmen und startet selbst auf unbefestigten Pisten noch mit einem maximalen Abfluggewicht von beeindruckenden 265 Tonnen. Durch eine – im Vergleich zu anderen Militärtransportern – deutlich geringere Abfluggeschwindigkeit sind auch Starts auf kurzen Bahnen möglich.

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