ILA 2014 Publikumstag – Berlin

Czech Air Force CASA C-295M

Die C-295 wurde von der spanischen CASA basierend auf der CN-235 ab Ende 1996 zunächst als Transportflugzeug in Eigenregie entwickelt. Im Vergleich zum Vorgängermuster verfügt sie über einen durch zusätzliche Segmente vor und hinter dem Tragwerk verlängerten Rumpf, stärkere Triebwerke sowie Verstärkungen am Fahrwerk und an den Tragflächen. Die Maschine wurde im Juni 1997 auf der Pariser Luftfahrtschau offiziell angekündigt und der erste Prototyp (ein Umbau einer CN-235) flog im November 1997 zum ersten Mal. Der Erstflug des ersten neu gebauten Prototyps der Maschine fand am 22. Dezember 1998 statt.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt sowie Energietechnik, Verkehr und Sicherheit im Bereich der angewandten und Grundlagenforschung. Es hat seinen Hauptsitz in Köln und ist an weiteren 15 nationalen und 4 internationalen Standorten vertreten. Bei seinen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten kooperiert das DLR weltweit mit anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie. Das jüngste und größte Flottenmitglied, der Airbus A320-232 D-ATRA ist ab Ende 2008 für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Einsatz. ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) ist eine moderne und flexible Flugversuchsplattform, die nicht nur größenmäßig einen neuen Maßstab für fliegende Versuchsträger in der europäischen Luftfahrtforschung setzt. Leider war der Airbus in Berlin nur von außen zu betrachten.

Airbus A310-304 MRTT

Mit der „10+26 Hans Grade“ war auf der ILA auch ein Airbus A310 für den Verwundeten- und Krankentransport der Deutschen Luftwaffe zu sehen. Die „Hans Grade“ ist einer der vier von der Lufthansa übernommene Airbus 310-304, welche zwischen Mitte 1998 und Oktober 2001 zu umrüstbaren Mehrzweckflugzeugen (Multi-Role-Transport / MRT), umgebaut und dadurch in einem breiten Spektrum unterschiedlicher Aufgaben eingesetzt wurden. Die A310-304 wird von zwei Triebwerken General Electric GE CF6-80C2A2 mit jeweils 236 kN maximalen Schub angetrieben. Bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 860 km/h beträgt die größtmögliche Reichweite des A310 etwa 11.000 Kilometer. Nach der Luftfahrtausstellung unterzog sich der Airbus einem mehrwöchigen Generalcheck.

Auf der Messe war auch das PurePower-PW1500G- Getriebefan von Pratt & Whitney zu sehen. Dies hatte die  kanadische Luftfahrtbehörde bereits 2013 zertifiziert. Auch der Münchener Triebwerksbauer MTU ist am Bau des neuen Triebwerks beteiligt, das die künftige CSeries von Bombardier antrieben soll.

Der Getriebefan basiert auf einer völlig neuen Triebwerksarchitektur. Der Clou ist ein Untersetzungsgetriebe zwischen Fan und Niederdruckturbine; bei herkömmlichen Triebwerken sind beide durch eine Welle miteinander verbunden. Die Turbine treibt den Fan an. Durch die Entkoppelung kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Niederdruckturbine erheblich schneller. Dadurch erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das verringert den Treibstoffverbrauch sowie den Kohlendioxidausstoß um je 15 Prozent und halbiert den Lärm. Der Antrieb ist leichter als herkömmliche Triebwerke, da weniger Teile und Stufen benötigt werden.

200 Meter weiter zeigte Rolls-Royce das Trent 1000 welches bei der Boeing 787-9 Dreamliner zum Einsatz kommt.

Zusammenfassend war es trotz der fehlenden Flugzeuge des Airbus A350 und der Boeing 747-8 der Lufthansa eine gelungene Veranstaltung und mein Freund René und ich freuen uns schon auf die nächsten Luftfahrtmessen in 2015.

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