Auf in die östlichen Ägäis

Als am 18. April 2014 morgens um 07:30 Uhr das Telefon klingelte und ich mal wieder Frau Nimmichs Stimme am anderen Ende der Leitung hörte, wusste ich schon: „Oh je das wird wieder ein Tag werden…..“

Und tatsächlich mal wieder ein Spezialauftrag von ihr an mich. Insgesamt sind 116 Passagiere in Leipzig außerplanmäßig zwischengelandet. Hintergrund war aber kein Emergency, sondern das plötzliche Streiken der beiden Boeing Piloten von Manchester auf dem Weg in die östliche Ägäis. Keine Ahnung wie sie das während des Fluges mitbekommen haben, aber am frühen Morgen des 18. April 2014 hat die englische Tochter der Globespan Plc. Konkurs angemeldet und gleichzeitig die gesamte Crew mangels Entlohnung ihren Dienst quittiert.

Als um 06:14 Uhr ATC Leipzig die Info der beiden Piloten zu einer unerwarteten Landung der Boeing 737-700e erhielten, staunten die Lotsen nicht schlecht, wie wenig später die 737 auf der Runway 26L landete.

Da stand sie nun die Maschine der Globespan, die einige Stunden zuvor Konkurs angemeldet hatte. Mit ihr aber noch 116 Passagiere, welche eigentlich nach Kos an die östliche Ägäis weiter wollten.

Gott sei Dank und zur Rettung aller Passagiere hatten sie Glück im Unglück und ihr Zwischenlandung fand genau auf der Homebase der Leipzig Air statt 🙂

Es dauerte gerade mal eine volle Stunde und Frau Nimmich hatte die Crew mit samt der Piloten für einen Weiterflog nach Griechenland organisiert. Ich war begeistert, super, an meinem freien Tag auch noch in einem Konkursflieger nach Griechenland.

Um ca. 09:15 Uhr traf ich auch schon in der Firmenzentrale auf dem Flughafen in Leipzig ein und begann mit den Flugvorbereitungen. Alles was ich bisher von Kos wusste, waren die regelmäßigen Linienflüge von Olympic und Aegean Airlines von Leipzig nach Kos. Gut, wahrscheinlich gab´s dort auch noch Gyros :-), das war dann aber auch schon alles.

Der Flug lief dann schließlich unter einem kurzfristig ausgehandelten Codeshare-Abkommen und mit der Flugnummer LHA4014 bekam ich von Mike unserem Dispatcher die Flugroute nach Griechenland zugewiesen.

Während des Flugs konnte ich mich nach dem Erreichen der Cruising Altitude endlich ein wenig über Kos schlau machen und zog einen alten Griechenland Marco Polo-Reiseführer, den ich von meiner Mutter mal zu meinem 14. Geburtstag geschenkt bekommen habe, aus meinem Pilotenkoffer hervor.

Kos liegt in der Ost-Ägäis am Eingang des Golfs von Gökova (türkisch Gökova Körfezi). Nördlich der Stadt Kos beträgt die kürzeste Entfernung zur Bodrum-Halbinsel (Bodrum Yarımadası) westlich der türkischen Stadt Bodrum weniger als fünf Kilometer. Die Datça-Halbinsel liegt 15 km südlich. Nachbarinseln sind im Norden Pserimos, vier Kilometer und Kalymnos zwölf Kilometer entfernt. Nisyros liegt 12 km südlich und Astypalea etwa 43 km westlich.

Bei einer Fläche von 287,611 km² beträgt die Länge etwas mehr als 42 km und die maximale Breite fast zehn Kilometer. Der Küstenverlauf ist relativ geradlinig ohne nennenswerte Einbuchtungen. Im Osten bildet nahe der Südküste die schmale bis 846 m hohe Bergkette des Dikeos-Massivs (Δίκαιος) die höchste Erhebung der Insel. Diese Bergkette flacht nach Norden hin ab und geht in eine fruchtbare, landwirtschaftlich genutzte Ebene über. Westlich einer 1,6 km schmalen Landenge liegt die Kefalos-Halbinsel (Κέφαλος χερσόνησος) mit dem 426 m hohen Berg Latra (Λάτρα) im äußersten Süden.

Nach ca. 4 Stunden Blockzeit war ich nun froh nach der Landung in Kos endlich meinen „freien“ Samstag doch noch genießen zu dürfen und begab mich mit der Crew direkt ins Hotel an den dortigen Pool. Glücklicherweise hatte ich heute morgen noch schnell meine Badehose eingepackt.

Das Video unten schickte mir Abend ein Freund auf mein neues IPhone, als ich ihm an der Hotelbar von meinem aufregenden Tag erzählte. Er war nämlich auch schon einmal dort. Außerdem schickte mir eine Vorfeldmitarbeiter noch einen kurzen Videoclip unserer Maschine auf dem Vorfeld.

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